Amphibienwanderung 2016


Bericht über Amphibien im Würmtal

Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche werden schon bald wieder ihre Winterquartiere im Wald verlassen, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. So auch an der Würm zwischen Aidlingen und Grafenau. Allein knapp 2000 Erdkröten werden es sein, die sich demnächst hier auf die Wanderung machen werden. Dieses Vorkommen ist mittlerweile eines der größten im Kreis Böblingen.

 

 

Männchen und Weibchen der Erdkröte unterscheiden sich deutlich in der Körpergröße. Ein ausgewachsenes Weibchen ist bis zu 12 cm, ein Männchen bis zu 9 cm lang. Sie ist damit die größte einheimische Kröte. Die Körperfärbung variiert zwischen einem unauffälligem Braun und Grau. Die auffallend schönen „güldenen“ Augen stehen dazu im Kontrast. Während der Paarungszeit hält sich das Männchen auf dem Rücken des Weibchens fest. Dieses „Huckepack-Tragen“ beginnt oft schon auf dem langen Weg zum Laichgewässer. Versucht ein anderes Männchen sich diesen Platz zu erobern, geben sie leise Quaklaute, die wie „öng-öng“ klingen, von sich. Acht bis zehn Grad Lufttemperatur, Regen und die hereinbrechende Dunkelheit sind ideale Bedingungen, damit sich die Tiere auf ihren Weg machen. Amphibien übernehmen ein wichtiges Bindeglied in der Natur und sie sind von Gesetzes wegen geschützt.

 

 

 

 

Die Erdkröte frisst vor allem Tausendfüßler, Spinnen, Schnecken, Raupen und nachtaktive Insekten. Sie selbst hat viele Feinde: Mäusebussard, Waldkauz, Graureiher, Rabenvögel, Fuchs, Marder und Iltis. Die größte Gefährdung droht ihr aber durch den Straßentod.

 

 

An der Kreisstraße 1063 zwischen Grafenau und Aidlingen wurden vor vier Jahren aus Ausgleichsgeldern zwei Schranken am jeweiligen Ende einer Strecke von 1,9 km gebaut, um die Straße in den Hauptwandernächten sperren zu können, damit die Amphibien während der Zeit der Hinwanderung unbeschadet zu ihrem Laichgewässer kommen. Der Linienbus allerdings darf die Strecke trotz Sperrung befahren. Ein Fahrzeug der Helfer fährt dann langsam voraus, um die Amphibien, die sich auf der Fahrbahn befinden, auf die sichere Seite zu setzen. Bis zu sechsmal müssen Busse in der Nacht begleitet werden. Bevor die Schranken installiert wurden, haben die Helfer an aufgestellten Fangzäunen die Amphibien eingesammelt. Das war durch den Verkehr an der Kreisstraße nicht ganz ungefährlich.

 

 

Neugierig geworden? Sie wollen als Begleitschutz für Amphibien tätig werden? Ihre Meldung nimmt der Tierschutzverein Böblingen e.V. gerne entgegen.

Heidi Klein

 

 


Krötenschutz

Der Krötenschutz ist ein wichtiges Thema, welches wir gerne unterstützen und über das wir gerne informieren würden. Der Schutz der Tiere ist deshalb so wichtig, weil viele Arten unter ihnen auch regional bei uns auf der roten Liste der bedrohten Tiere stehen. Der Straßenverkehr, der Ausbau von Wohngegenden und die Zersiedlung sind nur einige der Faktoren, die die Kröten bedrohen. Dabei ist es wichtig, die Tiere vor allem vor dem Straßenverkehr zu schützen und die von ihnen besiedelten Seen und Tümpel zu erhalten. Wir wollen an dieser Stelle an den Krötenschutz Würmtal verweisen, der in großen Teilen unserer Region hinsichtlich des Schutzes der Kröten eine sehr gute Arbeit leistet. 

Der Krötenschutz Würmtal verübt diese Arbeit vor allem ehrenamtlich und vielseitig - angefangen vom Körten auf der Straße einsammeln bis hin zu Verhandlungen mit den Städten. Besonders im Frühling und Herbst  wenn dann die Krötenwanderung beginnt und die Kröten zu den Gewässern wandern, um sich Fortzupflanzen, wird gerade hier verstärkt Hilfe gesucht. Das Thema Kröten liegt auch uns sehr am Herzen, da die Tiere zum einen eine zentrale Rolle für unser heimisches Ökosystem spielen und zum anderen, da es so einfach ist, hier auf verschiedenste Art und Weise seinen Beitrag zu leisten - für jeden von uns. 

Wenn ihr zum Beispiel zur Krötenwanderung eine Straße bemerkt, an der keinerlei Schutz besteht, die aber offensichtlich an einer großen Krötenwanderoute liegt, da sehr viele der Tiere an dieser Stelle überfahren wurden, dann meldet diese Straße am besten umgehend bei der Stadt mit dem Verweis auf den Artenschutz. Gerne könnt ihr es uns und einigen unserer Vereinsehrenamtlichen gleich tun und den Krötenschutz direkt vor Ort unterstützen, denn hier wird immer verlässliche Hilfe gesucht. Auch könnt ihr euch gerne bei uns im Verein diesbezüglich melden, wir leiten die betreffenden Informationen gerne weiter.

Wir hoffen wir konnten in diesem kurzen Beitrag euer Interesse für dieses wichtige Thema wecken.