Stiven und Monika - eine große Hundeliebe


Hunde haben häufig ein sehr stark ausgeprägtes Sozial­verhalten. Das gilt nicht nur für Hundegruppen, sondern auch auf individuelle Freundschaften zwi­schen bestimmten Tieren. Wie stark und gefestigt so eine Beziehung sein kann, hat der Verein im Winter gemerkt.

An Heiligabend wurde der Tierschutz­verein telefonisch um Hilfe gebeten. Ein männlicher Hund namens Stiven sollte von einer anderen Organisation in eine Zuhause vermittelt werden. Der Plan ging jedoch schief, denn Stiven verstand sich nicht mit der bereits vor Ort lebenden Katze. Da der Hund eine längere Anfahrt hinter sich hatte und die vermittelnde Gesellschaft auf die Schnelle nicht weiter wusste, wurden wir als lokale Organisation um Hilfe gebeten. Vor Ort angekommen zeigte sich, dass die Situation untragbar war und Stiven noch am gleichen Abend eine andere Unterkunft brauchte.


Herbergssuche an Heiligabend

Die Suche nach einer neuen Bleibe gestaltete sich an Heiligabend natürlich schwierig. Im Gegensatz zur Weih­nachtsgeschichte endete dieser Notfall jedoch nicht in einem Stall zwischen Ochsen und Eseln. Denn zum Glück hatte unsere Pflegestelle Martina Laage noch einen Platz frei, sodass Stiven dort unterkommen konnte. Da sich der Böb­linger Tierschutzverein so zuverlässig kümmerte und die andere Organisation mit der erneuten Aufnahme von Stiven nicht gerechnet hatte, vereinbarten wir eine Übernahme des Hundes. So konnte sich das Tier zunächst einmal von den Strapazen erholen. Zudem stellte eine Pflegestelle für einen langjährigen Tier­heimbewohner wie Stiven vorübergehend eine gute Lösung dar.


Verschlechterung in Pflegestelle

Die ersten Tage klappte das entspre­chend gut und Stiven lebte sich bei Mar­tina Laage ein. Doch nach einigen Tagen häuften sich die Probleme: Der Hund fraß kaum noch, er wollte nicht raus und war sehr apathisch. Zunächst vermu­tete man als Ursache gesundheitliche Probleme, doch in den Untersuchungen ließ sich nichts feststellen. Auch Überle­gungen, Stiven zurück ins Tierheim der anderen Organisationen zu übergeben, standen im Raum. Allerdings ist häufig gerade bei Hunden mit solche Auffällig­keiten eine kompetente Pflegestelle der bessere Anlaufpunkt. Der Vierbeiner sollte also zunächst bei Martina Laage bleiben, während man überlegte, was genau dem armen Stiven denn überhaupt fehlte.


Sehnsucht nach Monika

Der aufklärende Anruf kam von der Tierärztin der anderen Organisation, die Stiven lange behandelt hatte. Sie wusste, dass er im Tierheim eine Hundefreun­din namens Monika gehabt hatte. Sie glaubte, dass Stivens Verhalten mit der Trennung von Monika zusammenhinge. Nach längerem Überlegen stand dann fest, dass es wohl das Beste wäre, wenn Stiven nicht in das ohnehin schon über­füllte Tierheim zurück muss. Stattdessen würde der Böblinger Verein versuchen, Stiven und Monika wieder zusammenzu­bringen. Eine Woche später war es dann so weit und Monika stand bei Martina Laage vor der Tür. Alle waren gespannt, ob sich die zwei überhaupt noch vertra­gen würden. Die Sorgen stellten sich jedoch schnell als unbegründet heraus: Die zwei Hunde erkannten einander so­fort wieder und waren sichtlich glücklich wieder beieinander zu sein.


Das Glück zu zweit

Seither sind die Beiden unzertrennlich und Stiven genießt sein neues Leben in der Pflegestelle endlich in vollen Zügen. Er tobt im Garten, er frisst und es geht ihm gemeinsam mit seiner Monika sehr gut. So gab es für die beiden Hunde doch noch ein etwas verspätetes Weihnachts­wunder. Nach dem sehr langen Tierheim­aufenthalt der zwei Vierbeiner scheint der gemeinsame Pflegestellenplatz eine echte Chance ins Glück zu sein. Nur eines fehlt immer noch: ein richtiges Zuhause auf Dauer. Das suchen wir für Stiven und Monika natürlich – wie könnte es anders sein - gemeinsam.